Zen-Buddhismus in Japan

Zen-Buddhismus in Japan

Zen ist eng mit vielen japanischen Künsten verbunden. Heutzutage ist dieses Wort in der ganzen Welt bekannt. Seine wahre Bedeutung wird jedoch oft missverstanden. In letzter Zeit ist es in Japan leichter geworden, diesen Zweig des Mahayana-Buddhismus zu entdecken, einschließlich der damit verbundenen Sitzmeditation, die als Zazen bekannt ist. Außerdem öffnen Tempel in ganz Japan ihre Türen für ausländische Besucher. Die Kosten sind in der Regel vernachlässigbar, von kostenlos bis zu einem bescheidenen Beitrag.

Die Wurzeln des Zen-Buddhismus reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, als er von dem buddhistischen Priester Myoan Eisai nach einem Besuch in China nach Japan gebracht worden sein soll (ihm wird auch die Einführung des grünen Tees in Japan zugeschrieben). Das, was heute als "Zen" bekannt ist, hat im Laufe der Zeit viele Veränderungen erfahren, doch die Grundprinzipien sind der Tradition treu geblieben.

Drei Hauptschulen des Zen

In Japan gibt es drei traditionelle Hauptschulen des Zen, jede mit ihrem eigenen Hintergrund und ihren Besonderheiten.

Die Soto-Sekte

Soto ist die größte der Sekten. Historisch gesehen wurde sie von den unteren Klassen, Künstlern und Dichtern praktiziert. Die Soto-Sekte legt den Schwerpunkt auf die Praxis der sitzenden Meditation, die als Zazen bekannt ist. Die Praktizierenden wenden sich während dieser Meditation einer Wand oder einem Vorhang zu.

Die Rinzai-Schule

Die Rinzai-Schule, die traditionell von der Samurai-Kaste praktiziert wird, kennt auch Koan, eine Art kurzer und paradoxer Sätze, die nicht intellektuell gelöst werden können. Diese werden jedoch in der Regel erst eingeführt, nachdem eine gute Haltung und Konzentration während der sitzenden Meditation erreicht wurde.

Die Obaku-Sekte

Die kleinste der Sekten, die Obaku-Sekte, wurde von einer kleinen Gruppe buddhistischer Meister aus China und japanischer Schüler im Manpuku-Tempel (Manpuku-ji) gegründet. Bis zum heutigen Tag rezitieren die Mitglieder der Obaku-Sekte Sutras in chinesischer Sprache.

Tägliche Praxis

Bei der Zen-Meditation kommt es auf die Körperhaltung an. Wer zum ersten Mal meditiert, sollte gesund und einigermaßen flexibel sein, denn für Ungeübte kann es eine ziemliche Herausforderung sein. In der Tat muss man mehrere Male 15 Minuten lang auf einem großen flachen Zabuton und einem Zafu, zwei Arten von japanischen Kissen, sitzen. Für Menschen mit Knieproblemen gibt es jedoch manchmal Alternativen, zum Beispiel das Sitzen auf einem Stuhl.

Aber was genau soll man beim Sitzen tun? Darin unterscheidet sich Zazen von anderen Meditationsarten. Während letztere die Praktizierenden dazu anregen, an ein Bild zu denken oder sich auf einen bestimmten Gedanken zu konzentrieren, erfordert Zazen nichts weiter als eine gute Körperhaltung und eine gute Atmung: Es gibt kein Ziel oder einen Zweck, der damit verbunden ist. Aus diesem Grund bedeutet das Wort an sich "sitzende Meditation".

Während dieser Meditation ist es wichtig, auf die Atmung zu achten. Sich der eigenen Haltung und der Vorgänge um einen herum und in einem selbst bewusst zu sein, ohne sich darauf zu konzentrieren, mag leicht gesagt sein, aber es dauert Jahre, bis man die perfekte Konzentration erreicht.

Japanisches Zen in der westlichen Kultur

Die Popularität des Zen hat sich auch in der westlichen Welt verbreitet. Ein entscheidender Punkt war der Besuch des japanischen Mönchs Soyen Shaku in Chicago im Jahr 1863. Dies öffnete vielen Menschen die Augen für die Praxis und Kultur des Zen. Seitdem ist Zen zum Thema vieler Bücher geworden, die von Menschen aus dem Westen geschrieben wurden, und hat auch eine Reihe amerikanischer Beat-Poeten inspiriert. Warum probieren Sie es nicht selbst aus?