Agura

Japanische Art zu sitzen: Agura

Heutzutage wird Seiza als eine Art des richtigen Sitzens anerkannt, aber tatsächlich ist auch das Sitzen im Schneidersitz (Agura) eine formelle Sitzweise. In der Zen-Schulung ist Agura die meditative Sitzweise.

Man kann sogar sagen, dass es eine traditionellere Art des Sitzens ist als Seiza. Dies änderte sich durch die Veränderungen in der Form des Kimonos. Schließlich kann das Sitzen im Schneidersitz bestimmte Körperteile entblößen, die man nicht zeigen möchte!

Nicht nur die Menschen in Übersee bevorzugen diese Art des Sitzens, um ein Taubheitsgefühl in den Beinen zu vermeiden. Auch die Japaner selbst sind nicht besonders gut im Seiza.

Beschreibung der Sitzhaltung Agura

Agura (胡坐, wörtlich: "fremdes/barbarisches Sitzen") ist der japanische Begriff für die Haltung, die im Westen normalerweise als "Sitzen mit gekreuzten Beinen" bezeichnet wird. 

 

Japanische Sitzhaltungen


Beide Gesäßhälften wurden flach auf den Boden gelegt, beide Beine nach innen gebeugt und an den Knöcheln gekreuzt. Die Platzierung (rechts über links oder umgekehrt) war nicht vorgeschrieben. Ein "Hängenbleiben" oder Vorbeugen war jedoch nicht erlaubt. Je starrer der Rücken (die Haltung), desto ''raffinierter''. 

 

 

Japanische Arten zu sitzen

 

Kultureller Hintergrund

In Japan gilt diese Haltung als informelle Alternative zur seiza (richtigen Sitzhaltung), obwohl sie für Frauen im Allgemeinen als unweiblich und ungehobelt gilt, wenn sie in Röcken oder bestimmten Arten traditioneller Kleidung, wie dem Kimono, sitzen (meist aufgrund der Stelle, an der sich die Öffnung in einem vormodernen Kimono befindet, und weil Frauen selten Unterwäsche trugen; wohingegen Männer unter bestimmten Umständen in der Öffentlichkeit nur mit ihrem Unterkleid, dem fundoshi, erscheinen konnten).

Es kann auch als unhöflich angesehen werden, sich in Anwesenheit eines Vorgesetzten oder Älteren auf diese Weise zu setzen, es sei denn, man hat die Erlaubnis, dies zu tun.